Google Analytics und DSGVO EuGh ePrivacy

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Google Analytics und das Tracking

Zuerst muss wieder gesagt werden, dass wir keine Juristen sind und natürlich nur unsere Ansichten und Meinungen hier schildern.

Google Analytics zählt zu den beliebtesten Tools, wenn es um das Tracking von Nutzern auf der eigenen Internetseite geht. Auch das Auswerten von Marketingmaßnahmen wird durch dieses Tool möglich. Und wir alle wissen, welches eine der Grundregeln von Marketingzielen/Unternehmenszielen ist: Sie müssen messbar sein!

Ohne eine Messung kann nicht ermittelt werden, ob die Ziele erreicht wurden und die Marketingmaßnahmen effektiv waren. Ebenso ist eine Nachsteuerung durch das Controlling nicht möglich, da keine Daten hierfür zur Verfügung stehen.

Die Ermittlung von Trackingdaten ist somit essentiell für das Internetmarketing und Google Analytics hierfür eines der effektivsten Werkzeuge!

Google Analytics und die DSGVO

Google Analytics konnte die letzten Jahre eigentlich recht problemlos eingesetzt werden, solange ein paar Grundlegende die beachtet werden. Hierzu gehörte die Anonymisierung der IPs und eine Opt-Out Möglichkeit. Der Nutzer wurde über das Setzen von Cookies seitens Google durch einen kleinen Hinweisbanner informiert.

Mit der DSGVO wurde das Thema Tracking nicht konkret angegangen und auf die kommende ePrivacy Verordnung verwiesen, welche diesbezüglich klarere Regeln setzen sollte.

Somit hat die DSGVO das Tracken der Nutzer über ein Tool wie Google Analytics erstmal nicht für den Seitenbetreiber unterbunden oder erschwert.

Google Analytics und das EuGh Urteil

Mit dem Urteil vom EuGh Anfang Oktober 2019 wurde das Thema Tracking aufgrund der hierzu eingesetzten Cookies jedoch stark eingeschränkt. Denn Cookies dürfen jetzt nur noch mit einem ausdrücklichen Opt-In gesetzt werden, welches der Seitenbetreiber vom Nutzer einholen muss. Nur Cookies, welche technisch absolut notwendig sind für die Funktionalität der Seite, wie zum Beispiel der Warenkorb im Online-Shop, können ohne ein Opt-In gesetzt werden.

Somit kann das Tracking der Nutzer, auch anonymisiert, nicht mehr ohne Opt-In durchgeführt werden und jeder Seitenbetreiber, welcher dies tut, riskiert hohe Bußgelder.

Google Analytics und das berechtigte Interesse

Einige Seitenbetreiber sprechen von einem berechtigten Interesse, wenn es um die Ermittlung von Daten der Webseiten-Besucher geht. Das ein Interesse des Betreibers einer Webseite vorliegt, ist wohl absolut klar. Jedoch muss hier abgewogen werden, ob das Interesse des Seitenbetreibers bezüglich der Ermittlung von Daten dem Interesse des Webseiten-Besuchers bezüglich des Schutzes seiner Daten überwiegt.

Wir gehen stark davon aus, dass dies nicht der Fall sein wird und die Ermittlung von Daten zu Marketingzwecken nicht unter das berechtigte Interesse fallen wird.

Erste Bußgeldandrohungen!

Seitens der Datenschutzbehörden in Bayern und Niedersachsen wurden nun erste Androhungen von Bußgeldern an die entsprechenden Seitenbetreiber wegen unberechtigtem Tracking verschickt. Ebenso sollen bundesweit bereits über 200.000 Beschwerden vorliegen.

Auch in Zukunft werden die Datenschutzbehörden die Zügel wohl weiter anziehen und der teilweise noch laissez-faire Einstellung der Seitenbetreiber entgegenwirken.

Bisher war der Rahmen für das Bußgeld recht weit gestrickt und auch davon abhängig, welches Bußgeld die Aufsichtsbehörde für angemessen hielt.

Das ist nun mit dem neuen Bußgeldkonzept nicht mehr der Fall. Es gibt klare Regeln, welche sich an bestimmten Kennzahlen des betreffenden Unternehmen orientieren. Zum Beispiel spielt der mittlere Jahresumsatz eine Rolle, die Größe des Unternehmens nach Umsatz und die Schwere der Tat.

Was sollte meine Webseite unbedingt haben?

Wenn Sie Google Analytics oder ein anderes Tracking Tool nutzen, sollten Sie unbedingt eine entsprechende Datenschutzerklärung und einen Cookie Banner haben. Der Cookie Banner muss auch korrekt konfiguriert sein und nicht einfach nur Fassade. Die Personen, welche sich mit dem Thema beschäftigen und dann auch die Beschwerde einreichen, erkennen schnell, ob der Banner auch funktionstüchtig ist.

Ein einfacher Banner mit Hinweistext ist nicht ausreichend für das Tracking, welches auch nicht mehr unter das berechtigte Interesse zu fallen scheint, da das EuGh eine ausdrückliche Einwilligung verlangt.

Sollten Sie Fragen haben oder einen Blick von uns auf Ihre Seite wünschen, können Sie uns gerne kontaktieren.

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